Jürgen Morgenstern-Feise

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ZWISCHENZWEIEN

Mit den Augen sehen – Kunst.
Mit den Ohren hören – Klang.
Mit den Augen hören – Innenklang.
Mit den Ohren sehen – Innenbild.
Hören, was das Auge sieht und sehen, was das Ohr hört.
Ein Zwiegespräch zwischen Auge und Ohr, Kunst und Klang, K
nstlerin und Musiker.
Dialoge zwischen zweien – ZWISCHENZWEIEN.



„Konzentrierte Stille im Raum. Jürgen Morgenstern beginnt auf seinen Kontrabass zu
klopfen, erst langsam und leise, dann immer lauter. Schneller und schneller tanzen
seine Finger und Hände über alle Teile des großen Instruments. Anne Brömme kniet
vor einem großen weißen Blatt. Nach wenigen Momenten setzt auch sie ein, gibt dem
Bild eine erste Richtung. Mit einem kleinen Schwamm wischt und reibt sie, klopft,
springt mit der Hand hin und her, die Bewegungen erzeugen einen eigenen Rhythmus,
die Striche verdichten sich. Mitunter fügen sich die Rhythmen des Musikers und der
Malerin ineinander, steigern sich, fallen asymmetrisch auseinander – bis einer von
beiden abbricht und einen neuen Impuls setzt. Jürgen Morgenstern streicht, zupft,
pocht und setzt immer wieder auch seine Stimme ein. Anne Brömme zeichnet, reibt,
streicht, klopft und malt mit Pinseln, Stiften, Fingern, Schwämmen und kleinen
Bürsten. „zwischenzweien“ lautet der Titel, den die beiden ihrem gemeinsamen
Projekt gegeben haben. Die Ausstellung zeigt das Ergebnis einer intensiven
Zusammenarbeit über mehrere Wochen. Sie demonstriert, was zwischen Zweien
passieren kann, wenn bildnerische und klangliche Elemente aufeinander treffen, wie
Improvisation über mediale Grenzen hinweg funktioniert und wie Malerin und Musiker
einander inspirieren können.“
(Anne Prenzler, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, anlässlich der Ausstellungseröffnung im Atelier Grammophon, Hannover, 2010)
(Vollständiger Text als pdf)